| Stimmiger Klavierabend der Extraklasse
In die Kategorie „Extraklasse“ gehört der Klavierabend mit Silke Avenhaus.(..)
Bereits die Programmauswahl versprach einen interessanten Abend. Wer
jedoch glaubte, dass es sich bei den f-Moll-Variationen von Joseph Haydn
lediglich um ein Werk zum Ein- oder Warmspielen handelte, sah sich
getäuscht. Intuitiv erweckte die Interpretin die Komplexität der
Haydn’schen motivisch strukturierten Satzweise zum Leben, woraus sie
einen spannungsreichen Bogen entwickelte.
In den Kinderszenen von Robert Schumann präsentierte Avenhaus die
gesamte emotionale Diktion gemäß der Programmatik der einzelnen Stücke. (...)
Den ersten Teil dieses – in sich stimmigen – Klavierabends beschlossen
die Marosszeker Tänze von Zoltan Kodály. Aus der Mischung von Burleskem
und toccatenhafter Spielfreude formte Avenhaus eine überaus brillante
Symbiose.
Zwei „Lieder ohne Worte“ von Felix Mendelssohn Bartholdy mit zwei
Liedern von Franz Schubert in der Klaviertranskription von Franz Liszt
miteinander zu kombinieren, entspricht dem Naturell der Interpretin,
immer für Neues offen zu sein. (...)
Dem schloss sich folgerichtig als Finale die Dante-Fantasie von Franz
Liszt an, eine sinfonische Dichtung für Klavier, in der der Komponist
eine Textstelle aus der „Göttlichen Komödie“ als Programm zugrunde
legte. Hier trat es nun unüberhörbar zu Tage, was zuvor in den
Liszt-Bearbeitungen lediglich andeutungsweise zum Vorschein gelangte:
das Pathos. Avenhaus entwickelte ein feines Gespür, so dass dieses
Pathos nicht aufgesetzt als Selbstzweck wirkte, sondern aus dem Duktus
der Komposition hervorging. Ihr Vortrag wurde zu einer Lehrstunde
Liszt’scher Interpretation.
Spielfreude und große Emotionen
Jenaer Philharmonie 14.09.2005
[...] das seltener zu hörende Klavierkonzert c-Moll KV 491 von Mozart lässt in eine Welt blicken, die gar nicht mehr von schlichter Spielfreude getragen ist. Hier türmen sich Gegensätze auf, wie sie erst beim späten Beethoven Realität werden sollten, dabei von eleganter Zwiesprache besonders zu den Holzbläsern getragen. Bereits im 1. Satz spürt man etwas von jenen Spannungen, wie sie den "Don Giovanni" charakterisieren sollten.
Am Anfang konnte man aber nur kurz den Eindruck gewinnen, dass Silke Avenhaus ein eher fast beiläufig scheinender Solopart vorschwebt im ohnehin wechselvollen Geschehen. Was sich dann aber entwickelte, war eine Dramaturgie, wie sie zwischen Solopart und Orchester kaum zwingender zu gestalten ist, dabei farbenreiches Duettieren, memorierende Kadenzen und packende Aufgipfelungen bei differenzierter Spieltechnik. Ein Stück an der Schwelle zum Spätwerk oder gar "Zukunftsmusik"? Die Begeisterung war groß [...]
Ein vom Programm und Ausführung in sich stimmigeres Entree für die neue Spielzeit ist kaum vorstellbar.
Thüringische Landeszeitung, 16.09.2005
Konzertplauderei über "Papa Haydn"
Silke Avenhaus beim Klavierfesival Ruhr
Für Haydn brach Beikircher,
absolut erstklassig begleitet von Silke Avenhaus am Flügel, eine Lanze
nach der anderen. ... Beikircher plauderte, Silke Avenhaus spielte: so klar,
so behände, so anmutig, dass Haydns Ideenreichtum und Experimentierfreudigkeit
nicht mehr erklärt werden mussten. Nicht nur in das Menuett aus der
Sonate cis-moll konnte man sich einfach so 'hineinfallen' lassen, wie es
Beikircher formulierte. ...
WAZ Mühlheim 14.06.2004
Das Schönste war die Frau am Klavier
Silke Avenhaus beim Klavierfesival
Ruhr
... Die Kleinen blieben auch während
des Spiels bemerkenswert ruhig. Vielleicht spürten sie doch die außergewöhnliche
Intensität, mit der in jedem Ton der Geist Haydns Klang wurde und jedes
erklärende Wort zur Makulatur werden ließ. Hinterher im Foyer
bei Kaffee, Limo und Kuchen, konnte man aus Kindermund hören, das Schönste
sei die Frau am Klavier gewesen. Kritiker und Kindermund sind sich hier
ausnahmsweise völlig einig.
NRZ Mühlheim 14.06.2004
Inspiriert-virtuose Klaviermusik zum Genießen
Silke Avenhaus gastierte beim Klavierwinter
...Nun war sie offen für die Virtuosität der Konzert-Etüde
"Waldesrauschen" von Franz Liszt, in der sie die im Programmheft "unangestrengte
Spielweise" meisterlich umsetzte. Hier nutzte sie das tonhaltende Pedal
zu künstlerischer, in diesem Falle programmatischer Aussage der naturnahen
Titel und ordnete gleichzeitig ihre brillante Virtuosität einer gestaltenden
Idee unter.
Richard Strauss als Klavierkomponist? Entgegen mancher Fachorientierung
enthält dieses frühe Werk, "Stimmungsbilder" op. 9, durchaus Züge seiner
unverkennbaren, musikalischen Schreibweise. "An einsamer Quelle" könnte
zum Beispiel aus seinem Liedschaffen stammen. Die romantisierenden Titel
der Stücke ließ Silke Avenhaus bald vergessen, um das spezifisch Musikalische
aufleben zu lassen. Welch aufregende Szenerie entwickelte sich aus den
so harmlos genannten "Heidebildern". Selbst das Doppelbödige einer Freudschen
Psychoanalyse könnte man, wenn man wollte, heraushören. Die dynamisch
verästelte Anschlagskultur der Pianistin machte es möglich.
Ebenso fremd im pianistischen Repertoire sind die Fantasiestücke über
Gedichte von Richard Dehmel op. 9 von Alexander von Zemlinsky, dessen
Musik zwischen den Stilrichtungen des beginnenden 20. Jahrhunderts angesiedelt
ist. Die programmatische Zuordnung dieser Stücke entfaltete im Spiel der
Pianistin eine tiefgreifende Expressivität, die vom Publikum mit begeistertem
Beifall gefeiert wurde. Impressionistisch-virtuos bedankte sich die sympathische
Künstlerin mit atemberaubenden Klandbildern.
Volker Wittberger, Dorstener Zeitung, 4. Dezember
2001
Ohne Furcht
Dem Stück hört man an, dass
es gefallen sollte. Keinem imaginären Publikum, sondern
Arnold Schönberg, der sich damals - Mitte der 20-er Jahre -
mit der frisch erfundenen Zwölftontechnik herumschlug. Und
die Sonate gefiel dem strengen Lehrer ganz
außerordentlich. Er lobte, ließ sie von Klaviergenie
Eduard Steuermann spielen, empfahl die Drucklegung: Hanns Eisler
als vielversprechender Komponist war geboren.
Jetzt, 75 Jahre nach der Entstehung diese Dreisätzers, hat
eine ebenfalls vielversprechende Pianistin diese Sonate für
München entdeckt. Das Stück wurde in Münchens
spannendstem Klavierzyklus zum Mittelpunkt des
Max-Joseph-Saal-Recitals von Silke Avenhaus.
Avenhaus spielt sich furchtlos und logisch durch diese
freiatonale Komposition, vertraut immer auf rhythmische
Stringenz, schafft Klarheit in den vertrackten kontrapunktischen
Scharmützeln und taucht dies alles durch sichere Technik
und sonor direkten Ton in Sinnlichkeit, die stets voran strebt.
Der Ton ist glasklar und neigt nie zu mystifizierenden
Pianogeheimnissen. Dieser Anschlag hält in aller
Schönheit auch die Monster-Attacken in den
Außensätzen von Bartóks "In Freiem" aus. In
solchen entfesselten Momenten ist Avenhaus ganz bei sich - immer
dann, wenn sie keinen Respekt zeigt vor den großen
Komponistennamen, sondern ganz auf den furiosen Impetus der
Stücke vertraut.
Doch bei Beethovens ersten beiden Sonaten aus op. 10 inszeniert
sie eher den Bürgertumsklassiker als den Revolutionär.
Sie nimmt den Kopfsatz des c-Moll-Stücks so schnell, dass
die Punktierungen in der behäbigen und überlauten
Akustik des Saals fast nicht mehr zu hören sind: Sie
glättet. Aber sie nivelliert nie die quer schlagenden
Akzente, sie beherrscht die so schweren Fortepiani, sie rauscht
dahin - so sehr, dass sie flatternd überdreht im Adagio
ankommt und das wahnwitzige Prestissimo dann nicht mehr
übersteigern kann. Es vielleicht auch nicht will, weil
Silke Avenhaus im Zweifelsfall Sicherheit einer letzten
Entfesselung vorzieht. So bleiben die historisch fernsten
Stücke - Beethoven und drei Soler-Sonatas - auch
interpretatorisch ferner als Bartók und Eisler. Doch so
viel Zurückhaltung braucht solch eine Pianistin
überhaupt nicht an den Tag legen.
(Reinhard J. Brembeck,
Süddeutsche Zeitung, 15. April 2000)
Geheimnisvoll flirrendes Gewebe
Die Lady hat Soul! Mit sensiblem,
völlig uneitlem Spiel fesselte Silke Avenhaus bei ihrem
Klavierabend im Max-Joseph-Saal. Auch in den wildesten
Ausbrüchen verfällt sie nicht in hohles Gedonner - ihr
Ton rutscht nie ab ins bloß Technische, Seelenlose.
Schon die zauberhaften Trillerketten der D-Dur-Sonate von
Antonio Soler, mit der sie ihr spannendes Programm
eröffnet, nehmen gefangen. Mit Verve stützt sie sich
in den Beginn von Beethovens Sonate op 10/1 - um dann die
Seitenthemen um so zarter zu entwickeln. Sie gestaltet jeden
einzelnen Takt, planscht nie unverbindlich über etwas
hinweg. So führt sie die Zuhörer auch mit sicherer
Hand durch das Motivgeflecht von Hanns Eislers hochexpressiver
Sonate op. 1.
Wahre Klanggewitter schließlich in Béla
Bartóks Suite "Im Freien" - eine wild gewordene
Blaskapelle, sanft schaukelnde Gondeln und die schnarrenden
Dudelsäcke glaubt man zu hören. Die "Klänge der
Nacht" geraten dabei zu einer Sternstunde: Mit hervorragender
Pedal-Arbeit und meisterhaft abschattierten Stimmen selbst im
Pianissimo spinnt Silke Avenhaus ein geheimnisvoll flirrendes
Gewebe aus Naturlauten. Eine Piano-Poetin ersten
Ranges.
Marco Schmidt, tz - München, 15.
April 2000
Klavierstücke vom Meister großer
Opern
Wenn der Name Richard Strauss
fällt, denkt man unweigerlich an große Besetzungen
und an klangvolle Opern. Dass er in jungen Jahren auch einige
Kammermusikwerke zu Papier gebracht hat, ist eher unbekannt. Die
fünf Stimmungsbilder op. 9 zumindest verdienen
Aufmerksamkeit. Pianistin Silke Avenhaus hatte sie gestern zur
Matinee auf dem Alten Hof Herding in Lette mitgebracht.
Erfrischend ließ sie eine einsame Quelle fließen,
wandelte gar nicht so still über einen einladenden
Waldespfad, wirbelte im flinken Intermezzo über die
Tastatur und träumte sich weiter bis zum Bild der
friedlichen Heide.
Neben dieser frühen Klaviermusik von Strauss gab es auch
die überraschenden und espritvollen Werke aus der Feder
Antonio Solers zu entdecken. Soler steht zwischen Barock und
Klassik, wirkt elegant wie Carl Philipp Emanuel Bach und
manchmal so gespreizt, dass man das Puder auf der Perücke
stauben zu sehen meint. Silke Avenhaus präsentierte diese
Musik virtuos und schwungvoll, fast augenzwinkernd, so dass sie
unglaublich modern wirkte.
Franz Schubert, sieben Jahrzehnte jünger als Soler, war
mit der Grazer Fantasie C-Dur im Programm vertreten.
Dörflich fröhlich kam der zweiten Satz (Alla Polacca)
daher, virtuos folgte das Moderato con espressione. Alexander
von Zemlinsky, ein großer Bewunderer des Dichters Richard
Dehmel, schrieb die Fantasien op. 9 über dessen Gedichte.
Silke Avenhaus versetzte die Hörer mit ihrer gekonnten
Interpretation in die spätromantische Musikwelt. Avenhaus,
Münchner Pianistin mit Ausbildung in den USA, bewies
technische Brillanz und einen (wenn nötig) kraftvollen
Zugriff. Das gut gewählte Programm gefiel ganz besonders
durch die sonst eher selten zu hörenden Werke. Mit Debussy
bedankte sie sich beim begeistert applaudierenden
Publikum.
Westfälische Nachrichten, 27. August
2001
"Fünf Finger forderten den
Flügel"
(Bei der "Nacht der Linken Hand"
zeigten vier Pianisten ihr Können, TONHALLE DÜSSELDORF
25.10.2000)
[.......]Musikalisch wie
spieltechnisch erwies sich Silke Avenhaus als das stärkste
Talent des Abends. Unerhört souverän und von erlesener
Tongebung interpretierte sie ungarische Musik von Bartok, Liszt
und Geza Zichy. In Bartoks "Etüde in B" rollten die
Oktavparallelen so weit auf die rechte Seite der Klaviatur, dass
sich Avenhaus mit der rechten Hand am Flügel festhalten
musste. Musikalisch reizvoller als Liszt lapidare
Liedbearbeitung "Ungarns Gott" wirkte die Sonate Zichys
(1849-1924). Der Sohn ungarischer Adelsfamilie und
Amateurpianist verlor bei einem Jagdunfall mit 15 Jahren seinen
rechten Arm und lernte aus Trotz das Klavierspiel. Seiner Sonate
haftet durch glockenartig dröhnende Bässe Monumentales
an. Kraftvoll bot Silke Avenhaus auch diese akkordharmonisch
gehaltvolle Musik.
(Lars Wallerang/Westdeutsche Zeitung,
27.10.2000)
"Nicht auf die leichte Schulter
genommen"
("Die Nacht der linken Hand" in der
Tonhalle)
An den ungarischen Block mit Werken
von Bartok, Liszt und Zichy wagte sich Silke Avenhaus mit
energischem, doch höchst farbenreichem Spiel. Nach Liszt
klangen alle drei Werke, auch der junge Bartok; dementsprechend
virtous ging es zu. Silke Avenhaus blieb den Werken nichts
schuldig und machte vergessen, dass der Klangrausch allein aus
einer Hand wuchs.
(Regine Müller / Rheinische Post
27.10.2000)
"Gehämmert und filigran"
(Rottenburger Meisterkonzerte in der
Zehntscheuer)
Kapriziöser Charme, kantable
Melodik, Witz, spannende Konflikte und gescheite,
beglückende Vermittlungen: ... die Klaviersonate op. 1 des
Schönberg-Schülers Hanns Eisler ... klang unter den
Händen der Musikerin schlichtweg hinreißend.
Souverän erzeugte Avenhaus in der "Barcarolla" den Eindruck
widerstandslos-flüssigen Gleitens über metrische
Unregelmäßigkeiten hinweg.
Kraftvolles Martellato-Hämmern und filigrane
Feinzeichnungen gelangen gleichermaßen, eindrucksvoll etwa
im vierten Satz "Klänge der Nacht" - zartes
Oberton-Flimmern über Pianissimo angeschlagenen
Sekundclustern.
Silke Avenhaus' zupackender, dennoch nuancierender Anschlag und
ihr exzellentes Timing (Agogik) ließen zuweilen ans
energische marcato-Spiel fortgeschrittener Jazz-Pianisten wie
Cecil Taylor denken, die sich ihrerseits vom Bartokschen
Klaviersatz beeinflussen liessen.
(SÜDWESTPRESSE ROTTENBURGER POST /
21.09.99)
"Dialog zwischen Ohr und
Klavier"
(Recital Rheingau Musik
Festival)
Die Marosszeker Tänze von Kodaly
gestaltete sie zu dramatisch-diabolischen Riten. Auch Janaceks
"Auf verwachsenen Pfade" erhielt Gewicht. (...) Zum
krönenden Abschluß geriet Liszts Mephisto-Walzer Nr.
1. Ein in seiner Intensität tief beeindruckendes Konzert.
Der Applaus entschied: Unterm Strich begeisternd.
(WIESBADENER KURIER/22.06.95)
"Unverzärtelt natürliche
Musikalität"
(Recital Ebersberg/Altes
Kino)
Der Eindruck, der von ihrer Person
ausgeht, läßt sich auf ihre Interpretationsweise
übertragen: Frisch, von zupackendem Temperament und
unverzärtelt natürlicher Musikalität, kraftvoll
optimistisch.(..)Nach der Pause war Virtuosität angesagt:
Zunächst in Bartóks "Trois Burlesques"aus dem Jahre
1908... Hier bleibt die Avenhaus der geforderten
Virtuosität ebenso wenig schuldig, wie der Dramatik und dem
intellektuellen, dennoch musikantischen Witz dieser
Stücke.
(SÜDDEUTSCHE
ZEITUNG/03.02.94)
"Ein musikalischer Agitator- "Eine Nacht
für Hanns Eisler"
(Solo: Klaviersonate opus 1, Eisler
Festival der Deutschen Kammerphilharmonie Bremen 20.-22.Februar
1998)
...Eisler landete als
Meisterschüler Arnold Schönbergs mit seinem 1923
abgeschlossenen Opus 1, der Sonate für Klavier einen
spektakulären Erfolg, bevor er sich von der elitären
Kunstform zurückzog. Silke Avenhaus meisterte die perlende
Dynamik und die halsbrecherischen Klavierläufe der Sonate
souverän.
(WESERKURIER/24.02.1998)
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