Berauschender Brahms

Das Ensemble Collage spielte im Konzerthaus Berlin

Martin Wilkening

Unter den verschiedenen Kammermusikformationen, die die Klarinettistin Sabine Meyer gegründet hat und denen sie mit ihrem Namen ausverkaufte Säle beschert, ist das Ensemble Collage zwar am wenigsten bekannt, vom Repertoire her jedoch am interessantesten. Die gemischte Besetzung mit Streichern, Bläsern und Klavier ermöglicht solch schwierige, aber durch die Intensität des Spiels berauschende Konzertabende, wie jetzt im Kleinen Saal des Konzerthauses.

Allein schon die Möglichkeit, die zwei zauberischen Brahms-Trios, in denen Blasinstrumente den Tonfall bestimmen, einmal zusammen hören zu können, gibt es selten. Und vom Horntrio und Klarinettentrio her fächert sich der Klang zweimal auf zu Unbekanntem im Sextett. Krzysztof Penderecki und Ernst von Dohnanyi kamen 1999 und 1935 beide auf die ungewöhnliche Besetzung, die Klarinette und Horn, drei Streicher und Klavier zu einem reduziertem Orchester vereint.

Die meistbeschäftigte Musikerin dieses Abends ist die Pianistin Silke Avenhaus. Sie meistert nicht nur das kräftezehrende Programm mit beeindruckender Kondition, sondern schlägt Funken gerade aus der schwierigen Aufgabe, zwischen klanglich sehr heterogenen Instrumenten zu vermitteln. Ihr Brahms-Ton, wiewohl kraftvoll, erreicht stets maximale Durchsichtigkeit. Und die Flexibilität, mit der sie im Horntrio die Schraffuren des Hintergrunds belebt und daraus immer wieder Gestalten hervorhebt, schafft eine Musik von lückenloser Präsenz, nichts klingt schematisch, jeder Augenblick ist sinnerfüllt.

Der Geiger Benjamin Schmid, der seinen von Brahms über weite Strecken so gar nicht geigerisch empfundenen Part klanglich den Registerfarben des Horns annähert, und Bruno Schneider mit souveräner Tonschönheit vermögen gewaltige Kraftreserven zu mobilisieren. Sie steigen tief hinab in die Untiefen und Geheimnisse dieser Musik, die Traumversunkenheit des langsamen Satzes, die hier ganz weit hinwegträgt, ohne dass die Musik zerfällt. Ein großes Kunststück.

Boden unter den Füßen

Demgegenüber wirkt das Klarinettentrio, obwohl ein herbstlich melancholisches Spätwerk, in seiner klare Melodik doch viel gemütlicher und diesseitiger, behält sozusagen stets den Boden unter den Füßen, driftet nicht an dieser Grenze zum Zerfall entlang, die im Horntrio so berückend spürbar wurde.

Dohnanyis Sextett, eine Ausgrabung zum 50.Todesjahr des Komponisten, machte im Konzert Effekt, hinterlässt aber einen ziemlich seltsamen Eindruck. Bis zum Schluss-Satz, der unvermittelt einen urban-flotten Tonfall anschlägt, ist die Entstehungszeit 1935 allenfalls indirekt in dem schwer erträglichen Überdruck erfahrbar, mit dem das reckenhafte Pathos der Jahrhundertwende und eine schillernde Harmonik à la Schreker inszeniert werden.

Vielleicht mag diese Erfahrung des Aus-der-Zeit-Fallens für damalige Zuhörer ähnlich reizvoll gewesen sein, wie für heutige der retrospektive Blick, den Penderecki in seinem Sextett entwirft, einem zweisätzigen Torso. Er wolle sein "Millennium nicht mit der großen Trommel und Orchester beenden, sondern mit leiser Stimme" schrieb Penderecki zur Uraufführung im Jahr 2000. Und dabei ist dies doch Musik, die mit ihren Märschen, dem Aufbegehren gegen uniformen Bewegungszwang und den grellen parodistischen Tönen auch ohne große Trommel einen Rückblick auf die große Weltanschauungsmusik eines Jahrhunderts wirft, von Schostakowitsch bis Mahler. Der Marschrhythmus von dessen 1903 entstandener 6. Sinfonie erscheint hier zu Beginn, um einen Halbton nach unten gerückt. Es folgt aber kein kollektives Aufbäumen, stattdessen gibt es kapriziöse Fluchtbewegungen der einzelnen Instrumente, eine Vielstimmigkeit des Einspruchs, die individueller Verzweiflung eine Stimme gibt.
Ein beeindruckendes Werk, auch wenn dessen Pathos etwas Wohlfeiles besitzen mag.

http://www.berlinonline.de/berliner-zeitung/archiv/.bin/dump.fcgi/2010/0306/feuilleton/0040/index.html

 

Musikabenteuer mit Leidenschaft
Tabea Zimmermann und Silke Avenhaus begeistern
im Theater Marl (26.01.2009)

Zwei „Power-Frauen“, die den Saal mit ungestümer Energie anfüllten und ein Programm, das aus spektakulärer musikalischer Vielfalt eine bezwingende Dramaturgie formte: Tabea Zimmermann, international gefragte Viola-Virtuosin, und die fabelhafte Pianistin Silke Avenhaus erweisen sich beim Maestro-Konzert im Theater Marl als traumhafte Kombination!
.....
Hindemiths Sonate op. 11,4 für Viola und Klavier aus dem Jahr 1919 legt mit viel modalen Läufen einen überraschenden Debussy-Einfluss offen. Dass dies hier weit mehr ist als ein modisches Zitat, demonstrieren beide Künstlerinnen in einer aufwühlend dramatischen Interaktion.
....
Spannend wie ein Krimi bleibt es, als Silke Avenhaus die Bühne für sich allein hat. In Bela Bartoks „Drei Burlesken für Soloklavier“ zeigt sich der ungarische Tonschöpfer als Meister der Konzentration. Vorausgesetzt, jemand wie Silke Avenhaus leistet die gestalterisch höchst differenzierte Umsetzung – mit verstörenden Quartengängen, pochender Motorik und Passagen voll ironisierender Walzer-Rhythmik und dies alles im Format von jeweils nur wenigen Minuten!
...
Schließlich führt Schumanns a-Moll Sonate zu Synthese aus altem und neuen – mit jubelndem Schwung und tänzerischer Leidenschaft krönen beide diesen großen Abend mit einem würdigen Finale.
Stefan Piper, Marler Zeitung, 26. Januar 2009

 

Tabea Zimmermann & Silke Avenhaus:
Rebecca Clarke Sonata

Wigmore Hall, London, Monday, October 23, 2006
Reviewed by: Ben Hogwood

Rebecca Clarke’s Viola Sonata must surely be one of the most accomplished works written for the instrument, and yet it continues not to receive the full exposure it deserves in the repertory.
Here it returned home – it was heard in the Wigmore Hall in 1919 – and from Tabea Zimmermann and Silke Avenhaus it was hard to think of a more persuasive performance. An edge-of-seat drama was there from the off, with the viola’s dramatic vocalise over a long sustained chord from the pianist. The harmonies and textures in this movement, and indeed the sonata as a whole, owe something to Franck and Debussy, but Clarke succeeds emphatically in imposing her own, obviously English style.
The feather-light scherzo was an exquisitely shaded dance, with Avenhaus’s virtuosic figuration neat and sensitive. By contrast the poignant melody, with which the third movement begins, marked Adagio, was expansively treated and built to an impressively weighty climax, the viola’s waspish tremolo gaining in power as the piano took centre stage.
A superbly executed ‘Agitato’ brought the piece to a finish and completed a memorable performance, both players commendably retaining their composure in the face of a flash-photograph and several loud, non-tempered coughs.
The drama of Clarke’s vivid viola writing was prefaced by two arrangements of Schumann, seemingly the composer’s own although this was not credited in the programme. The Adagio and Allegro is flexible enough to work for cello, horn and viola. Here, Zimmermann found a tender stillness early on, her unforced tone filling the Hall easily, and when the Allegro arrived, both players found a commanding stature, Avenhaus securing a pleasant rippling accompaniment to the second theme.
The Violin Sonata too worked well in its new guise, the dark introspection of its opening movement emphasised by the viola’s lower register. Avenhaus’s arpeggios were restless, while some of the choppier textures were negotiated easily by the duo. The jocular second movement was nicely done, the arrangement preserving a light scoring, but the ‘moto perpetuo’ of the finale plunged us back into uncertainty, with Zimmermann’s full tone overcoming the technical challenges of rapid figuration.
Both players threatened to cast off this foreboding air with a resolute theme in C major but to no avail, the music returning to the home key and speeding to its conclusion.
As an encore Zimmermann and Avenhaus gave the Andante of Bach’s Sonata in A for gamba (BWV1028), their vibrant performance of the Clarke still fresh in the mind.
www.classicalsource.com

 

Sternstunde
Sabine Meyers Ensemble Collage

Dass die Klarinettistin Sabine Mayer mindestens so gerne Kammermusik macht, wie sie als Solistin auftritt, ist bekannt. Ihr jüngstes Kind in dieser Sparte ist das Ensemble Collage, das 2005 gegründet wurde. Den Stamm des Ensembles bilden neben Sabine Meyer der Violonist Benjamin Schmid, der Cellist Clemens Hagen und die Pianistin Silke Avenhaus. Im Konzert im Städtehaus Winterthur wirkten außerdem der Hornist Bruno Schneider und der Bratschist Wolfram Christ mit. Nun garantiert eine hochkarätige Besetzung nicht automatisch Erfolg. Doch was sich bei der Wiedergabe der vier Werke von Brahms, Penderecki und Dohnányi ereignete, darf man als kammermusikalische Sternstunde bezeichnen.

Das im Jahr 2000 komponierte Sextett von Krzysztof Penderecki mit seinen zwei kontrastierenden Sätzen ließ die Qualitäten des Ensembles aufscheinen. Im ersten Satz mobilisierten die Spieler gewaltige Energien, die sie bald im Aufeinanderprallen von Streichern, Bläsern und Klavier, bald im gleichgerichteten Miteinander einsetzten. Das ruhige Larghetto lebte von der Spannung zwischen dem im Offstage solistisch agierenden Hornisten und dem auf der Bühne begleitenden Restensemble. Solistisches Aufblühen, Gruppenbildungen und beinahe orchestrales Ensemblespiel prägten die Interpretation von Ernst von Dohnányis Sextett aus dem Jahr 1935. Zum Kernrepertoire des Ensembles gehören die beiden Trios für gemischte Besetzung von Johannes Brahms. Die Kunst, den Klang dreier heterogener Instrumente hervortreten zu lassen und gleichzeitig zu einer Einheit zu verschmelzen, wurde hier meisterhaft vorgeführt. Im Trio für Horn, Violine und Klavier demonstrierte dies vor allem der Hornist, der seinem Instrument ein schier unerschöpfliches Reservoir an Klangmöglichkeiten abgewinnen konnte. Das Herzstück des Abends bildete aber Trio für Klarinette, Violoncello und Klavier op. 114. Hier stimmte einfach alles: die phantastischen Einzelleistungen und das perfekte Zusammenspiel.
NZZ - Neue Zürcher Zeitung, 28. April 2006

 


Ein Fest der Nuancen

Welch ein Duo-Musizieren! Die Geigerin Isabelle Faust und ihre Klavierpartnerin Silke Avenhaus spielten Mozart, Schubert, Brahms herrlich differenziert. Ein Höhepunkt der Kammermusikreihe im Kurfürstlichen Palais Trier.
Schwierig, sehr schwierig die C-Dur-Fantasie für Violine und Klavier von Franz Schubert! Isabelle Faust und ihre Klavierpartnerin Silke Avenhaus bewältigten die Klippen dieser Komposition perfekt, sie brillieren – nein, mehr: Sie geben dem Virtuosen Substanz. Ein Schubert mit einer Vielzahl von geigerischen Klangfarben und pianistischen Anschlagsarten, dabei völlig frei von Butzenscheiben-Idyllik. Fasziniert zu hören, wie die Geigerin über den planvoll diffusen Klavierfiguren des Beginns schmal, zart, vibratoarm zu ihrer weit gespannten Melodielinie ansetzt und den Ton dann verdichtet. Der Mittelteil mit den Variationen über „Sei mir gegrüßt“ entwickelte sich zum reichhaltigen Klavierwunder – wie ein Spiegel, der sich allmählich in eine Vielzahl von Kristallen auflöst und doch die Konturen des Lieds beibehält. Und über allem liegt die gleichermaßen spielerische und wehmütige Grundstimmung des „späten“ Schubert.
Das 4. Kammerkonzert im Kurfürstlichen Palais war eine Summe von reichen Klang-, Ausdrucks- und Stimmungsereignissen. Mag sein, dass in den Ecksätzen von Mozarts A-Dur-Sonate (KV 526) die überschäumende Spielfreude am Klavier und die pianistische Brillanz überwogen und die Geige zuweilen in ein unverdientes Begleiterdasein drängten. Aber im Mittelsatz waren beide da: mit einer enormen Spannweite und Genauigkeit in der Dynamik, mit sicherem Gespür für die freundlich-bedächtige Stimmung des Satzes mit seinen unzähligen Feinheiten. Musik, hintergründig schreitend, erzählend, sich aussingend, gelegentlich gedankenvoll innehaltend.

Und nach der Pause die große d-Moll-Sonate von Brahms. Gewiss kein Brahms des großen wuchtigen, grundtönigen Klangs. Isabelle Faust und Silke Avenhaus kultivierten eine Vielzahl von feinen Tönungen, von subtilen Stimmungswechseln, von transparenten, sorgfältig ausgeleuchteten Klanggeweben. Nachdenklich, manchmal unwirklich und geisterhaft und dann wieder mit einer diesseitigen Energie, die mitreißt und begeistert. Ein Fest der Nuancen. Lauter Jubel im Kurfürstlichen Palais.
Martin Möller, Trierischer Volksfreund, 18. Februar 2005

 


Könner auf kostbaren Instrumenten
Spätromantische ,Verklärte Nacht' als Kammerkonzert

Mit "Verklärte Nacht" bot das Kammerkonzert der Philharmonie im Museum Folkwang ein exquisites Ensemble auf.Der einzige Satz eines Mahler-Klavierquartetts, Erich Wolfgang Korngolds Suite op. 23, eine 12-tönige Schönberg-Fantasie op. 47 und schließlich seine spätromantische "Verklärte Nacht" standen auf dem Programm, das von einem außergewöhnlichen Ensemble bestritten wurde. Benjamin Schmid (Violine), Hanna Weinmeister (Viola), Quirine Viersen (Violoncello) und Silke Avenhaus (Klavier) interpretierten im Rahmen des Schönberg Festivals Kammermusik am Wendepunkt.
Aufbrausende Klänge, dramatische Klangmonster, weinende Geigen, emotional geladene Musik durchs ganze Programm - das Publikum war hingerissen ob so viel Gefühl und Dynamik. Gustav Mahlers einziger Satz für Klavierquartett nahm einem dem Atem, so volltönig aufbegehrend gab er sich. Korngolds Suite für 2 Violinen, Cello und Klavier für die linke Hand, ein Opus, das der Komponist dem Pianisten Paul Wittgenstein gewidmet hatte, der im ersten Weltkrieg den rechten Arm verloren hatte, offenbarte die Kraft und Virtuosität der Pianistin. Schließlich Schönbergs "Verklärte Nacht": Selten, dass man sie so innig gespielt hört, selten, dass man den Dialog der Instrumente zwischen Geige und Cello so ergreifend vernimmt, selten, dass einen die vorzügliche Interpretation das etwas kitschige "Programm", das Gedicht Richard Dehmels, das der Musik zugrunde liegt, vergessen lässt. Die drei Streicher, die alle auf den kostbarsten Stradivari- und Guanerius-Instrumenten aus dem 17. und 18. Jahrhundert spielen, sind Meister ihres Fachs. Die expressive Pianistin ergänzte kraftvoll dieses Ensemble.

DG / 24.02.2005 / WAZ

 


"Von tief leuchtender Brillianz"

(Konzert des Münchener Kammerorchesters unter der Leitung von Christoph Poppen, Uraufführung "Gilgamesch" von W. Hiller)
RAVENSBURG-Das überwiegend zeitgenössische Programm zog hauptsächlich die Musikinteressierten ins Konzerthaus: Mit langem Beifall bedachten sie das zweite Konzert des Münchener Kammerorchesters in dieser Saison unter der Leitung von Christiph Poppen und mit vier jungen Solisten. ...
Eine 'echte' Uraufführung erwartete die Zuhörer im Konzerthaus mit "Gilgamesch", Fragment für Bariton, Violine, Klavier, Schlagzeug und Streichorchester des 1941 in München geborenen Wilfried Hiller. ...
Der Klavierpart von Silke Avenhaus beginnt in den letzten Sätzen mit Tönen von Janáektscher Versonnenheit und einer verlorenen Melodie, begleitet von Bariton und Schlagzeug, dann perlen Läufe von geringer Tonbreite und plötzlich bricht das Klavier in einen rasenden Taumel aus. Ein Stück, das man sich auf CD wünscht, um die ebenso vielen visuellen Eindrücke wie akustischen Reize erinnernd nachzuschmecken.

Schwäbische Zeitung, 25.11.2002

... Silke Avenhaus stanzte ihren mit aggressiv repetierenden Akkordfolgen aufgeladenen Klavierpart kraftvoll in die Tasten. Dank differenzierter Anschlagskultur gelang ihr auch der aprupte Umschlag in zarte Klangnuancen eindrucksvoll ...Münchner Merkur, "Hiller Uraufführung beim Kammerorchester" 23.11.2002

... Ganz großartig die Solisten: Der Bariton und Sprecher Simon Pauly, die Pianistin Silke Avenhaus, die Schlagzeugerin Maria Klimasara, sowie die Geigerin und Konzertmeisterin des Kammerorchesters, Muriel Cantoreggi. ...
Süddeutsche Zeitung, "Gebrochene Mythen" , 25.11.2002

... Die Taten des Helden werden in Stein gemeißelt, was Silke Avenhaus in hämmerndes Klaviermetall fasste. ...
Landsberger Tageblatt, "Gilgamesch kommt nahe" , 23.11.2002

 

 

"Kinder beklatschten Klassik"
(Konzert anläßlich des 250. Geburtstages von Muzio Clementi, Stadthalle Mühlheim/Ruhr)
Konrad Beikircher als Erzähler und Silke Avenhaus am Flügel luden zum Familienkonzert. War das ein schönes Bild, als am Sonntagnachmittag Konrad Beikircher und Silke Avenhaus ihr Publikum beim Familienkonzert des Klavier-Festivals Ruhr begrüßten. ...
Schön trug die Pianistin Silke Avenhaus auch ein paar Werke vor, darunter pikanterweise seine Sonate op. 24 Nr. 2, deren flottes Eingangsmotiv Mozart in der Ouvertüre zu seiner "Zauberflöte" sagen wir mal übernommen hat. Und wenn mans kann, können sogar Etüden sehr schön klingen, bewies Silke Avenhaus.

Neue Ruhr Zeitung, 24.06.2002

 


"Intelligente Partnerschaft"

(Letztes Kammerkonzert der Saison in der Kunsthalle übertrifft alle Erwartungen)
Die empfindsame Darstellung der Sonate h-Moll BWV 1014 von Johann Sebastian Bach durch Silke Avenhaus, Klavier, und Benjamin Schmid, Violine, sprach unmittelbar zum Herzen des Publikums bei diesem letzten Kammerkonzert der Saison in der Kunsthalle und löste schon nach diesem ersten Programmpunkt einen kleinen Beifallssturm aus.
Mancherlei Gemütsbewegung, unmittelbar erlebt und ausgesprochen, scheint Bach in dieser kunstvollen Musik von großer Wärme mitzuteilen und im dialogisierenden Wechselspiel von Violine und Klavier zeigt sich die gleichberechtigte Partnerschaft der beiden Instrumente schon im Eröffnungssatz.
Diese intelligente Partnerschaft war es insbesondere, die auch die nachfolgenden Werke zum Hörerlebnis werden ließen. Da konterkariert das Klavier den seidig-schönen Geigenton mit differenziertesten Anschlagnuancen und dessen atemberaubend perfekte Doppelgriffe und Oktavierungen mit blitzendem Laufwerk und raffinierten Phrasierungskünsten.
Gewissermaßen ein freudig bewegtes Werk ist die Sonate opus 30 A-Dur für Klavier und Violine von Ludwig van Beethoven: frische Thematik und formale Schlüssigkeit bis zu kontrapunktischer Verdichtung und auch hier bis zum kurzweilig-virtuosen Alegretto con Variazioni eine stilistisch makellose Wiedergabe.
Nun aber Franz Schuberts Fantasie für Klavier und Violine C-Dur! Welch ein ausladendes und expressives Werk, in dessen Mittelpunkt phantasievoll-gegensätzlich Veränderungen eines Schubertschen Liedthemas stehen und einem Finale, das gespickt ist mit virtuosen Schwierigkeiten. War es die besondere Affinität des Wieners Benjamin Schmid zu seinem Landsmann Schubert, dass seine Stradivari hier alle ihre Tugenden mit Leidenschaft überhöhte.
Eigentlich könnte man sich nach diesen exemplarischen Interpretationen keine Steigerung mehr vorstellen, doch die Sonate für Violine und Klavier von Maurice Ravel fesselte als ein Werk von außerordentlicher Originalität. Hinreißend die durchaus französische Adaption des amerikanischen Blues im Mittelsatz und atemberaubend das brillante "Perpetuum mobile".
Nicht immer bestätigen sich vollmundige Ankündigungen (wer weiß das nicht!), doch an diesem Abend fand das zahlreiche Publikum in der Kunsthalle wieder einmal Anschluss an die Weltklasse der Kammermusik.

(Südkurier, 7. März 2001)




"Fernab von Zeit und Raum"
(Bad Aibling)
Isabelle Faust (Violine), Quirine Viersen (Violoncello), Silke Avenhaus (Klavier) - an diese drei Namen werden sich die Besucher des sechsten Kammerkonzerts im Kursaal von Bad Aibling noch lange erinnern. Die jungen Musikerinnen nämlich entrückten ihr Publikum mit einem unvergesslichen Konzertereignis. ...
Quirine Viersen intonierte auch in der Doppelgriffpassage dieses Scherzos makellos und das Klavierspiel war immer filigran, fernab von jeglichem Klangbrei. ...Virtuose Klavierläufe paarten sich mit gefühlvollem Cellospiel. Die Künstlerinnen bewiesen ein sicheres Gespür für Gemeinsamkeit und Verbundenheit. ...
Isabelle Faust, Quirine Viersen und Silke Avenhaus machten Zeit und Raum vergessen, inszenierten ein Largo, das den Atem stocken und das Herz stillstehen ließ. ... Diesen Beethoven hören und sterben, was will man mehr. Selbst der freudige Schluss, ein vorzüglich gespieltes Presto, vermochte nicht mehr, den Hörer ins Diesseits zurückzuholen, so tief war die Wirkung des Mittelsatzes.

(OBERBAYERISCHES VOLKSBLATT / 22.02.2000)




"Klassikere med utsigt"
(Schubert Festival Roskilde, Denmark)
Technical energy and concentrated engagement marked the performance. Mostly the pianist, Silke Avenhaus, a highly dynamic musician with dashing phrasings, exquisitely articulation and very rapid contrasts of tones. The flexible execution between a strong and authoritive feeling of the form and intence attentive to the partner and the contrast between the strong marked rythme in Beethovens op. 12 nr. 3 and the singable and idyllic smelling tone in Brahms op. 78 gave wittness about a splendid sence of style.
(POLITIKEN / 24.08.99)




Kammermusik-Abend der Extraklasse
(Duo-Abend mit Kai Vogler / Kulturrathaus Dresden)
Beim jüngsten Abend boten Kai Vogler und Silke Avenhaus Proben ihrer außergewöhnlichen Meisterschaft. Als einen Wirbel der Emotionen interpretierten sie Schumanns Sonate op. 121. Beide Interpreten zeigten sich einmal mehr als ein hervorragendes abgestimmtes, in vorzüglicher Weise musizierendes Duo.
(SÄCHSISCHE ZEIUNG DRESDEN/31.01.96)




Vorboten zum runden Geburtstag - Kammermusik von H.Eder
(mit T.Zehetmair / Salzburg)
Eine Eder-Uraufführung gab es in einem Konzert der Stiftung Mozarteum, im Solistenkon-zert von Thomas Zehetmair und Silke Avenhaus. Der Titel "Mirómanze" erweckt im Hörer konkrete Assoziationen, an die Leichtheit der Kürzelsprache des "katalanischen Zauberes".
(...) Thomas Zehetmair und Silke Avenhaus sind ein glänzend aufeinander eingestimmtes Duo, das zeigte sich schon anfangs in Mendelssohns Sonate, op. 4. (...) Der schlackenlose, von sparsamen Vibrato-Einsatz geprägte Ton des Geigers und die (rare) Gabe der Pianistin, das Tonvolumen ihres streichenden Partners einzuschätzen, gab auch den beiden Brahms-Werken Profil. So viel Leidenschaft im Scherzo aus der "F.A.E.-Sonate" und soviel Behut-samkeit in der ersten Sonate, op.78!

(SALZBURGER NACHRICHTEN/18.12.96)




Romantische Höhenflüge
(mit Thomas Zehetmair im Mozarteum in Salzburg)
Dieser Abend hatte etwas Schwebendes: Die Klänge, die von Thomas Zehetmair, Violine & Silke Avenhaus, Klavier, am Montag im "Meistersolisten"-Konzert der Stiftung Mozarteum zu hören waren, strömten in luftigen Höhen und verleiteten zum Träumen und Schwärmen. Eingeleitet wurde der Höhenflug mit der Sonate op. 4 des 14-jährigen Mendelssohn (..)Die uraufgeführte "Mirómanze" des 80jährigen Salzburger Komponisten Helmut Eder spannte den musikalischen Bogen weiter (...) durch die fragilen, meist nur kurz skizzierten Gesten der dreisätzigen, nicht weiter bezeichneten Romanze schien tatsächlich ein mediterraner Wind zu wehen.
(SALZBURGER VOLKSZEITUNG, 18.12.1996)




"A new song for Schubert"
(Duo-Abend mit Thomas Zehetmair/Wigmore-Hall-London)
Schubert: Sonata A Major D574 - Zehetmair's phrases sang with expansive, full-throated lyricism, and Avenhaus contribution was not less inspired.
(THE TIMES/29.04.94)




"Med energie og lidenskap"
(Munch Trio/Osasalen-Festival/Norwegen)
"Mit Energie und Leidenschaft" - Robert Schumann's characterization of his trio in d-minor describes the quintessential of the concert experience the Munch Trio presented in the "Osasalen" sunday night. One of the greatest concert experiences in many, many years, regardless of the genre of music. The concert with the MunchTrio was a study in musical communication. We have rarely heard three musicians listening so intensely, being mentally so well disposed and on the same wavelength as violinist Arvid Engegard, cellist Xenia Jankovich and pianist Silke Avenhaus. So devoted to each other, the public and the music they played to the audience. Three musicians who have extremely solistic qualities but still play together like "only one soul" - as it was said after the concert. Three musicians with this marvelous intonation and organic tone - which in some unaccountable and supernatural way seemed to grow out of the instrument a small microsecond before embrouchure. (...) The Munch Trio was applauded with a standing ovation..
(NILS KVAMSDAL 11/96)




Les deux musiciennes ont formé un duo remarquable à Bellegard
(mit Kamilla Schatz)
Kamilla Schatz, au Violon et Silke Avenhaus, au piano, jouent beaucoup mieux les roman-tiques et les modernes que la musique de variété. Enjoué et sublime. (...) Y jouaient, vendredi soir dernier, deux exceptionnelles artistes allemandes des oeuvres de Beethoven, Ysaye, Webern et Schubert.
(LA LIBERTE/08.08.95)




Zwei Leckerbissen von Schumann & Dvorak
(Kammerabend d. Sächsischen Staatskapelle)
Dieser Kammerabend war ein Konzert jener seltenen Spezies, bei der sich der Kritiker befriedigt zurücklehnen kann, denn siehe, es war alles sehr gut. Auf dem Programm standen zwei Klavierquintette, zum einen das Klavierquintett op. 44 von Robert Schumann, zum anderen das Quintett op. 81 von Antonin Dvorak - mit Kai Vogler, Jörg Fassmann/Michael Frenzel, Ulrich Eichenauer, Jan Vogler/Peter Bruns u. Silke Avenhaus.( ) Die Gastpianistin Silke Avenhaus war vor allem bei Schumann Motor und Garantie für den Zusammenhalt. Alle Beteiligten brachten nicht nur Inhalte zum Tragen, sondern verfügten auch über die nötige technische Virtuosität. Warum krampfartig Kritikwürdiges suchen - ich habe einfach nichts Derartiges gehört.
(SÄCHSISCHE ZEITUNG/20.01.95)




"Un duo exceptionnel"
(mit Kamilla Schatz in Delémont-Jeunesse Musicale de Suisse)
.....Le piano se fait rythmique, le violon s'envole dans la virtuosité de mélodies tourmentées. Le meilleur pour le fin, ou on tout cas le plus impressionnant. Ici encore, Kamilla Schatz et Silke Avenhaus donnent réellement toute la mesure de leur talent d'interprète par le richesse de leur jeu respectif. Ainsi s'est achevé ce début de soirée, devant un public enthousiasmé.
(LE QUOTIDIEN JURASSIEN/28.10.97)




"Ein Marathon, der Geist und Sinn beanspruchte - Späte Kammermusik von Schubert
(u.a. mit Irena Grafenauer im Mozarteum Salzburg)
...Bravourös haben in dem anregenden Pasticcio-Programm die Variationen über die "Trocknen Blumen" gewirkt - nicht im Sinn von draufgängerischem Virtuosentum, sondern wegen der überzeugenden Verschränkung aus tonlicher Brillianz und Sinnlichkeit, wie sie Irena Grafenauer und Silke Avenhaus gezaubert haben. Die Pianistin Silke Avenhaus vor allem hat dynamische Eingrenzungen sonder Zahl aufgespürt, mehr oder weniger gravierende Eintrübungen sogar dort deutlich vermittelt, wo diese Variationen scheinbar bloß erquickend aufspritzen: Schuberts Musik ist permanent vielschichtig und trügerisch: Die beiden Damen haben das mit Brillianz und Hintersinn bezwingend vorgeführt.
(SALZBURGER NACHRICHTEN/19.11.1997)




"Zwei Persönlichkeiten, ein Team"
Konzert mit Ksenija Jankovic und Silke Avenhaus

Zwei Frauen, zwei Instrumente: Ein Team. Die Cellistin Ksenija Jankovic und die Pianistin Silke Avenhaus verzauberten den Großen Saal der Hochschule Würzburg. Denn beide Musikerinnen beherschen nicht nur das technische Handwerkszeug vorzüglich, sie führten das Publikum auch durch die gesamte Palette der Ausdruckskunst bei ihrer Interpretation der e-Moll und F-Dur Cellosonaten von Johannes Brahms und einer Sonate von Erwin Schulhoff. ..... Anhaltender Applaus und Bravorufe waren der Dank für diese makelose und klangschöne Darbietung.
(WÜRZBURG/Petra Lehmann/26.01.1998)




"Ein musikalischer Agitator- "Eine Nacht für Hanns Eisler"
( Klaviersonate opus 1, Eisler Festival der Deutschen Kammerphilharmonie Bremen 20.-22.Februar 1998)
...Eisler landete als Meisterschüler Arnold Schönbergs mit seinem 1923 abgeschlossenen Opus 1, der Sonate für Klavier einen spektakulären Erfolg, bevor er sich von der elitären Kunstform zurückzog. Silke Avenhaus meisterte die perlende Dynamik und die halsbrecherischen Klavierläufe der Sonate souverän.
(WESERKURIER/24.02.1998)




"Meister von morgen" lebten und litten mit ihrer Musik
(Konzertreihe der Dr. Carl Dörken Stiftung, Herdecke)
Auch im neuen Jahrtausend verspricht die Dörken-Stiftung wieder für erstklassige Musik zu stehen. Der erste Beweis dafür war am Sonntag Abend im Ruhrfestsaal zu hören. Dort konzertierten Benjamin Schmid (Violine), Quirine Viersen (Cello) und Silke Avenhaus (Klavier). Mit Stücken von Ludwig van Beethoven, Kodaly und Dvorak begeisterten sie das Publikum im voll besetzten Saal. Ludwig van Beethovens "Geistertrio" machte den Anfang des abwechslungsreichen Abends. Mit bestechender Präzision zelebrierten die Drei das Klaviertrio des "Meisters von gestern". Benjamin Schmid, Quirine Viersen und Silke Avenhaus ließen den Eindruck entstehen, als wären ihre drei Instrumente zu einem verschmolzen. Die jungen Musiker begeisterten vor allem durch ihre Inbrunst und ihr blindes Verständnis. Sie lebten und litten förmlich mit der Musik. Einmal wirkte die Musik wie das wilde spielen von Kindern, und schon im nächsten Moment erfüllte absolute Stille und Harmonie den Ruhrfestsaal. Das Trio interpretierte das Geistertrio melodiös, dramatisch, spielerisch leicht, ausgelassen, melancholisch und schwermütig. ... In einem Grandiosen Allegro con Brio endete ein äußerst facettenreicher Kammermusikabend in Herdecke - ein mehr als gelungener musikalischer Start ins Jahr 2000.
(WESTFALENPOST / 18.01.2000)











Archiv

Solokonzerte

Kammermusik

Kammermusik mit Tabea Zimmermann

Kammermusik mit Quirine Viersen

Kammermusik mit Antje Weithaas

Portrait Silke Avenhaus

CD-Rezensionen: siehe Recordings