SCALA 3/2001, CD-Empfehlung
Ein herrliches Bläserprogramm, zauberhaft schön interpretiert
von den Solisten der Kammerphilharmonie: Smetanas Verkaufte Braut
als Harmoniemusik des auf diesem Gebiet ungemein versierten Andreas N. Tarkmann, gekoppelt mit Joseph Triebensees Concertino für Klavier (vorzüglich: die Pianistin Silke Avenhaus) und einem der orginellen Oktette von Franz Krommer. Eine lohnende Entdeckungsreise durchs romantische Böhmen des 18. und 19. Jahrhunderts.
FONO FORUM 8/2001:
Zauberkiste
Diese Kompilation ist alles andere als ein Gemischtwarenladen. Eher eine Zauberkiste, aus der wunderbare Melodien hervorspringen, die nicht minder wunderbar musiziert werden. Die Bläsersolisten der Deutschen Kammerphilharmonie und die intelligent aufspielende Silke Avenhaus bereiten über siebzig Minuten lang Hörvergnügen erster Klasse, voller Natürlichkeit und Lebendigkeit. C.Vr.
Interpretation: * * * * *
Klang: * * * * *
KLASSIK HEUTE 8/2001:
Böhmischer Bläserkammermusik aus dem 18. und 19. Jahrhundert widmet sich diese Aufnahme mit Werken bzw. Bearbeitungen von Bedrich Smetana (1824-1884), Joseph Triebensee (1772-1846) und Franz Krommer (1759-1831). Im ausführlichen Booklet wird Böhmen als "Konservatorium von Europa" beschrieben, welches Europa damals mit erstklassigen Instrumentalisten beschenkte.
Alte Werke dieser Aufnehme zeichnen sich durch eine bisweilen
an die Grenze der Oberflächlichkeit gehende Leichtigkeit aus,
im Vordergrund steht ganz die musikantische Spiellust. Wer also
nach komplexen Formverläufen sucht, wird wohl enttäuscht, empfehlenswert
ist diese CD trotzdem. Jedes der Stücke ist geprägt durch eine bezwingende,
selbstverständliche Heiterkeit, eine entwaffnende kindliche Naivität.
Besonders deutlich wird dies in Silke Avenhaus' Klavierspiel, ihr
flüssiges Parlando wie ihr intelligent eingesetztes Rubato erinnern
mich in seiner spielerischen Vitalität an den Blütentanz von Honigbienen.
Robert Spoula
CRESCENDO 10/11-2001:
DiesePlatte ist das richtige Mittel gegen dunkle Herbsttage. Heiter und beschwingt klingt's aus den Boxen, und sogleich legt sich dem Hörer seliger Friede aufs Gemüt.
Krommers Bläseroktett dürfte noch im 18. Jahrhundert entstanden sein, und auch das Concertino für Klavier und Bläser von Jjoseph Triebensee, Webers Nachfolger als Opernchef in Prag, atmet klassische Leichtigkeit. Die Bläserbearbeitung der Verkauften Braut erarbeitete der Hannoveraner Andreas Tarkmann im Auftrag der Kammerphilharmonie.
HANNOVERSCHE ALLGEMEINE, 9. Juni 2001
Böhmische Musizierlust
Böhmisches Musikantentum ist sprichwörtlich geworden. Es hat das Wiener Musikleben zu Zeiten Mozarts und Beethovens ungemein bereichert und apart gefärbt. Die mit acht Bläsern besetzten und als "Harmoniemusik" bekannten Ensembles servierten schon kurz nach den Uraufführungen die gängigsten Melodien der Opernnovitäten als gehobene Unterhaltungsmusik. Böhmische Musizierlust zeigt sich selbst in Bremen und hat als Virus die Bläsersolisten der Deutschen Kammerphilharmonie angesteckt. Das Resultat des um einen Kontrabass erweiterten und auf der vorliegenden Compact Disc mit der Pianistin Silke Avenhaus musizierenden Ensembles ist hinreißend. Wer nicht schon Bläserfan ist, wird es garantiert nach dem ersten Abhören werden.
Franz Krommers Partita op. 57 klingt ebenso keck wie feinfühlig. Das Concertino für Klavier und Bläser-ensemble des Beethoven-Zeitgenossen Joseph Triebensee nutzt elegant alle nur denkbaren Kombinationen zwischen brillantem Klavierspiel und geschmeidigen Bläserfiguren. Und Trumpf der auch klanglich vorzüglichen Neuerscheinung ist die von Andreas Tarkmann faszinierend arrangierte Folge von "Greatest Hits" aus Smetanas Oper "Die verkaufte Braut". Da dürfen die Bremer Bläser sich in puncto serenadenhafter Anmut und geistreichem Musizieren noch übertreffen. Ihr gut gelaunter Musiziervirus steckt so an, dass die delikat konservierten Ohrwürmer immer wieder mit größtem Vergnügen gehört werden.
Ludolf Baucke
THE TIMES, 11. August 2001
This disc gets off a cracking start, with a set of irresistible melodies from Smetana's "The Bartered Bride" brilliantly arranged for a wind ensemble. The group - which is basically the wind section from Daniel Harding's Bremen orchestra - is excellent. The ensemble's tuning is so pure that it becomes a quality to be savoured in its own right...
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